Maria Peters  / E
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Lieber Freund

Du fragst mich, welche Art von Kunst ich mache – bin ich Malerin oder Literatin?
Lass mich Dich – als Versuch einer Antwort – daran erinnern wie unsere Suche nach neuen Wegen für die narrative Kunst begann.

Wir sind immer vor der Gegenwart geflohen,
deshalb müssen wir über sie schreiben und malen,
müssen sie transformieren – nenne das Malerei oder Literatur,
oder nenne es das Drehbuch für einen fortlaufenden Film,
ohne die Absicht, diesen je als solchen zu realisieren.

Der Versuch zu entkommen, ist absurd.
Wir gehen In die Wildnis, ignorieren das komfortable Leben unserer mitteleuropäischen Zivilisation - mit einem scheinbar sicheren Fulltime-Job, mit einer unterstützenden Familie und einem präzise definierten Platz innerhalb der Gesellschaft.
Wir haben immer außerhalb all dessen gelebt, aber zugleich auch inmitten.
Interessante Geschichten zu komponieren und zu arrangieren heißt, besondere Eindrücke zu sammeln, welche notwendigerweise zuerst einmal real erlebt werden müssen. Aber wir brauchen auch die anderen, das Publikum, das hinsieht und liest und durch seine Reaktionen und sein Feedback wird es selbst zum Mitspieler – und manchmal zu einem wichtigen Teil der Geschichte selbst.

Arbeiten in Grönland, gehen und malen in Nepal, mich selbst am Schopf packen und mich vorübergehend an andere Arbeitsorte transferieren – nach Wien, nach Berlin oder sonst wohin. Leben und arbeiten unter improvisierten und manchmal schwierigen und prekären Umständen. All diese Erlebnisse, haben sie dazu geführt, dass wir heute die Macht haben, die Regeln der Kunst zu verändern?

Von heute an nenne mich einfach – eine Erzählerin.

Bis wir uns wiedersehen
Maria Peters